Renaissancekleid

Ich habe einen wunderschönen Brokat Bettüberwurf geerbt. Er war wie geschaffen für ein ein historisches Projekt! Für den Hamburger Maskenzauber benötigte ich ein hochgeschlossenes Kleid, unter dem ich bequem auch noch einen Wollpulli tragen kann, um beim Flanieren den kalten Februartemperaturen trotzen zu können.

Das Kleid der Dorothea Sabina von Neuburg, in dem sie 1598 bestattet wurde und das in den 1960ern von Janet Arnold analysiert und dokumentiert wurde, war das Vorbild für mein Kleid.

Der Bettüberwurf reichte natürlich nicht für das komplette Kleid aus. Das wäre wohl auch etwas zuviel Gemustere geworden. So besteht jetzt das Mieder und die Hängeärmel aus dem Brokat, ebenso ein Ausschnitt des Rocks und die Kopfbedeckung. Das Original besteht aus einem Unterrock und einem offenen Überrock, ich habe im Rock vorne den Brokat eingesetzt. Das Kleid wird mit einem Reifrock und einem sog. Weiberspeck getragen.

 

 

 

 

 

 

Fotos: Eta Carinae

Lange Zeit habe ich nach einer passenden Borte gesucht, am Bettüberwurf war zwar eine Borte angebracht, die aber in der Länge nicht reichte. Für das Falten des goldenen Schößchens habe ich folgendes Hilfsmittel angewandt: Ich habe auf einer Seite mit der Maschine eine Naht mit der größtmöglichen Stichlänge (das war 5,5 mm) genäht. Diese Stiche habe ich zum Abzählen verwendet, damit ich immer genau den gleichen Abstand falten kann. Die Falten im türkisfarbigen Rock darunter sind sog. Cartridge Pleats, ich weiß den deutschen Namen nicht dazu, der Begriff Stiftelfalten trifft es am Ehesten, sei aber nicht ganz dasselbe.

 

 

 

 

Fotos: Eta Carinae

 

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