Empire Schuhe

Eigentlich wollte ich zum Empire Kleid ja meine schwarzen Lederballerinas aus dem 21. Jahrhundert tragen. Da aber Kleid und Mieder vor dem Ball zeitig fertig waren, habe ich mich an mein erstes Schuhprojekt gewagt. Das Ergebnis hat bereits seine Praxistauglichkeit auf einem Ball bewiesen, und auch die Umsetzung verlief so reibungslos, dass das mit Sicherheit nicht die letzen Schuhe sind die ich bearbeite. Im Gegensatz zu meinen anderen Posts beschreibe ich hier nun auch einige Zwischenstände.

Actually I wanted to wear my black 21st century ballerina shoe to my empire dress. As dress and bodice for the ball were finished early enough, I dared my first shoe project. The result has proved its practical capability at a ball already, also the realisation flow that smoothly, so this won’t be the last shoes I work on. As against my other post I also describe some intermediate results.

Grundlage waren ein paar schwarze Synthetik Pumps vom Flohmarkt. Diese habe ich mit weißer Schuhfarbe eingefärbt. Danach fiel mir auf, dass der Ausschnitt des Schuhs zu weit ist, verglichen mit diversen Originalen. Also habe ich seitlich noch mit Kunstleder aufgefüllt. Auf dem Foto ist das Kunstleder noch braun, hinterher habe ich es dann ebenfalls weiß angemalt.

Basics were black synthetic Pumps from flea market. I coloured them with white shoe colour. After then I recognised that the opening is too wide, compared to extants. So I filled sideways with brown faux leather which is still brown in the photo. Afterwards I coloured it white, too.

Quelle: Victoria & Albert Museum, London

Anschließend habe ich die Schuhe bezogen. Ich habe weißen Seidentaft verwendet, den ich mit Metallicgarn auf Molton genäht habe. Dazu habe ich den Schuh mit Pattex dünn eingeschmiert und den Kleber leicht antrocknen lassen. Dann habe ich den Stoff von oben beginnend nach unten hin zur Sohle angedrückt und noch ein Stück weit über die Sohle gelegt. Am Absatz habe ich gestückelt und die einzelnen Teile zusammen genäht. Die Schuhöffnung habe ich erst zum Schluss ausgeschnitten und ca. 1 cm nach innen eingeschlagen. Leider habe ich kein Foto von oben, sorry!

Then I covered the shoes with white silk taffeta which I sewed on molleton. For covering I applied Pattex glue and let it become touch dry. Starting from the top I pressed the fabric towards the sole and turned it about few cm to the sole. For the heel I pieced and sewed the pieces together. At last I cut out the shoe opening and turned it about 1 cm to inside. Unluckily I don’t have a photo from above, sorry!

Als nächstes habe ich die Rüschen, die ich zuvor mit der Nähmaschine gekräuselt habe, von Hand angenäht. Das war etwas fies, weil ich ja nicht durch das dicke Material durchstechen konnte sondern schauen musste dass ich nur den Taft erwische. Vielleicht wäre eine Polsternadel hilfreich gewesen. Anschließend habe ich aus einem Rest Rindsleder die neue Sohle zugeschnitten, die alte Sohle gut abgeschmirgelt und die neue Sohle mit Pattex aufgeklebt. Damit ich beim Tanzen nicht ausrutsche, habe ich die Sohle etwas mit Schmirgelpapier angerauht.

Next step was attaching the ruffles which I ruffled by machine before. Attaching was a nasty bit of work, because I could not stitch through that thick material but had to stitch only through the fabric. Maybe an upholstery needle would have been useful. After that, I cut a new sole of calf leather, grinded the old sole and glued it on with Pattex. For not to slip while dancing, I roughened the sole with sandpaper.

Dafür dass es mein allererstes Schuhprojekt war bin ich sehr zufrieden. Vor allem bin ich begeistert, wie gut die Sohle hält. Auch nach einer durchtanzten Nacht hat sich nicht ein bisschen gelöst!

For beeing my first shoe project I’m happy with the result. Especially I’m happy how good the sole is fixed. Even after a whole dancing night there’s nothing loosened!

Empire Mieder

Auch im Empire wurde gestützt, was besser zur Geltung kommen sollte ;-) Dieses Mieder ist mit ganzen zwei kurzen Spiralfederstäben verstärkt, und, verglichen zur Rokoko Schnürbrust, sowas von bequem zu tragen!

Also while empire they supported what should be highlighted ;-) These stays are boned with only two spiral wires, and, compared to rococo stays, that easy to wear!

     

Empire Ballkleid

Dies ist ein absolutes UWYH-Kleid! Zur Verwendung kam eine weiße, leicht transparente Gardine, alte Baumwoll Bettbezüge, ein Seidensatinband, Vintage Metallborten und eine Perlmuttbrosche vom wohltätigen Flohmarkt.

Die Gardinde ist die obere Lage des Kleides, der Bettbezug die untere. Empirekleider neigen ja dazu, die Trägerin irgendwie schwanger aussehen zu lassen. Um dem ein wenig entgegen zu wirken, habe ich nur die obere Lage unterhalb der Brust gekräuselt. Die untere Lage ist gerade an das Miederteil genäht und nach unten ausgestellt zugeschnitten. Die Metallborte am Halsausschnitt und wurde mit dem Seidenband unterlegt.

This is completely an UWYH-dress! I used a sheer curtain, an old cotton duvet cover, a silk ribbon, vintage metal trims and a mother-of-pearl brooch from charity flea market.

The upper layer of this dress is made of the curtain, the duvet cover became the under layer. Empire dresses tend to make you look like pregnant. To reduce this, only the upper layer is ruffled. The under layer is sewn plain to the bodice and is cut flared. At the nicline there is silk ribbon put under the metal trim.

     

Die Jacke zum Schäferinnen Ensemble

Die Schäferin-Dame trägt eine bedruckte Kurzjacke aus Leinen und Baumwolle, die vorne über einem Stecker geschnürt wird. Wieviel praktischer doch so eine Schnürung vorne ist, im Gegensatz zum Gefummel mit Nadel bei der Francaise! Andererseits, man soll Äpfel nicht mit Birnen vergleichen.

The shepherdess lady wears a printed short jacket of linen and cotton which is laced over a stomacher. This is much more practical than fiddly doing with needles at the francaise! On the other hand, don’t compare different things.

Das Schnittmuster ist von J.P. Ryan, in der Packung sind mehrere Varianten vorhanden. Etwas verwirrend fand ich, dass nicht erwähnt wird, dass die Ärmelnaht nicht auf die Seitennaht trifft, wie man das bei modernen Schnitten kennt. Ich habe es ausprobiert, der Ärmel fiel dann irgendwie komisch. Bei Janet Arnold dagegen sind die Ärmelnähte etwas weiter nach vorne versetzt, und so habe ich es dann auch hier gemacht. Und schon fallen die Ärmel nach vorne, wie es auch bei Originalen zu sehen ist.

I used a pattern of J.P Ryan that contains several models. It was a little bit weird that it doesn’t tell that the sleeve seam souldn’t meet the side seam, as you know at modern patterns. I tried, but it looked strange. You can see in Janet Arnold the sleeve seam is placed more ahead, and so did I. Behold, the sleeve comes ahead as you can see it at many extants!

Es ist von Vorteil, wenn man Garn und Stoff bei Tageslicht vergleichen kann, um die Farben aufeinander abzustimmen. Wenn man aber mal wieder auf den allerletzten Drücker in der Nacht vor dem Event mit den Schnürösen beginnt, kann es vorkommen, dass die Garn und Stoff im Licht der Leselampe noch hervorragend harmonieren, am nächsten Tag bei Tageslicht jedoch nicht mehr. Nun ja, es hätte schlimmer kommen können.

 It ist useful to compare fabric and yarn in daylight to check if colors match. But if you’re late again and if you start with the eyelets just the night before the event, it may happen that fabric and yarn match perfect in the brightness of your reading lamp, but not any more next day in daylight. So what, it could have turn worse.

 

Im Gegensatz zu heute, wo man Futter und Oberes Material getrennt voneinander näht und erst danach zusammenfügt, hat man früher beides zusammen genäht. Hierzu legt man den oberen Stoff rechts auf rechts und das Futter rechts auf rechts übereinander. Also in der Reihenfolge oberer Stoff, obererer Stoff, Futter, Futter. Diese vier Lagen näht man zusammen und klappt sie anschließend auseinander. Diese Methode finde ich viel besser! Es geht schnelller und die Teile passen besser zusammen. Hinterher kam mir der Gedanke, dass die Nähte noch verstärkt werden sollten. Daher habe ich die mehr oder weniger senkrecht verlaufenden Nähte noch einmal mit einem Rückstich, bei dem man außen nur einen kleinen Stich sieht, versehen. Wenn ich mir anschaue, wie manche Nähte nach einmal Tragen auseinander gezogen wurden, war das eine gute Idee.

Today you sew lining and fabric separately and put it together later. In earlier times you sew both together. For that, you put the fabric right to the right and linen right to the right about each other. Thus in this order:  fabric, fabric, linen, linen. You sew these 4 layers togehter and unfold them after that. Much better, faster and the pieces match better. Afterwards I thought, I should reinforce the seams. So I sew an additional backstitch seam to the vertical seams. At the right side, you see just a tiny stitch of this. According to the fact that some seams are pulled apart after wearing the jacket only once, it was a good idea.

Geschickter wäre allerdings gewesen, wenn ich die Verstärkung vor dem kompletten Aufklappen genäht hätte, bzw. eine Lage Futter nicht mitnähen und dann darüberklappen. Dann würde man die Stiche innen nicht sehen. Nächstes Mal! So sieht die Jacke übrigens von innen aus.

It would have been even better, if I had done the reinformcement before unfolding the layers, respectively doing it with the fabric and just one linen layer and pulling the other linen layer over ist after then. Then you wouldn’t see the stitches inside. Next time! This is what the jacket looks inside.

Das Futter ist weißes Leinen. Die Naht am Armloch versäubere ich nie, an Originalen ist sie oft auch nicht versäubert. Und Leinen franst so gut wie gar nicht aus. Es schaut besser aus, wenn die Armloch Naht in Richtung Ärmel zeigt, dann formt sich die Armkugel schöner. Damit die Naht dort bleibt, habe ich sie mit ein paar groben Stichen am Ärmel befestigt.

The lining is made of white linen. I never neat the seam at the armhole as many extants aren’t, too. Furthermore, linen doesn’t fray that much. It looks better if the armhole seam faces to the sleeve, so I fixed it with some coarse stitches.

 

Die Schürze zum Schäferinnen Ensemble

Bisher ging es in meinem Blog ausschließlich um selbst Genähtes, und nun präsentiere ich stolz den ersten Eintrag zum selbst… Gekauftem :-)   Aber ich finde, die Schürze hat einen Eintrag verdient. Sie war in ihrem früheren Leben, das schon sehr lange her sein muss, eine Gardine. Die nette Dame im Antikladen datierte sie auf den Anfang des 20. Jahrhunderts, ich kann es weder bestätigen noch widerlegen. Ich wusste nur, die will ich haben! Mein erster Gedanke war eine feine Schürze für das 18. Jahrhundert. Wieder zuhause, recherchierte ich und stellte fest, dass die meisten Schürzen aus dem 18. Jahrhundert nicht aus Tüll, sondern aus ganz feinem Musselin waren. Ein oder zwei geklöppelte Schürzen fand ich aber, und so wurde auch meine Gardine zur Schürze.

Until now I was blogging about things sewed by myself, but now I proudly present the first post to something… bought by myself :-) But I think, this apron deserves a post.
In it’s former life, which is way back, it was a curtain. The nice antique shop lady told me it should be from early 20th century, I’m neither able to confirm nor to disprove this. I just knew, I want this one! My first thought was a fine 18th century apron. Back home, I started to research and discovered that most 18th century aprons weren’t of tulle but of fine musseline. Anyway, I found one or two aprons of bobbin lace, and so my curtain went into an apron.

Der Rock zum Schäferinnen Ensemble

Ich möchte heute etwas detaillierter auf den Rock eingehen. Es ist nicht mein erster Rock, aber der erste, an dem ich alle bisherigen Fehler von Anfang an vermieden habe. Man lernt ja dazu!

Erkenntnis Nr. 1: Die Bändel des Vorderen Teils werden nicht mit den Bändeln des Hinterteils an der Seite gebunden, sondern die vorderen Bändel werden nach hinten um die Taille gebunden und die hinteren Bändel werden nach vorne gebunden. Dadurch überlappen sich Vorder- und Hinterteil des Rockes an den Seitenschlitzen und sie offenbaren nicht so schnell den Unterrock.

Erkenntnis Nr. 2: Es ist ziemlich egal, wie der Bändel aussieht. Man sieht ihn nicht, denn er wird vom Oberteil, sei es nun eine Kurzjacke oder ein Manteau oder was auch immer, verdeckt. Ich habe die Bändel aus hellbraunem Baumwollköperband gemacht. Links der Blick auf den Seitenschlitz, rechts der Rock von hinten. Die Falten zeigen übrigens immer in Richtung Seitenschlitz.

 

Today I want to describe the skirt closer. It’s not my first skirt, but the first one on which I avoided all mistakes I made before. I became wise!

First: You don’t tie front with back ribbons at the side, but front ribbons are tied arount your waist in the back, and back ribbons are tied around the waist in front. Thus front and back piece of the skirt overlap at the side slits and don’t show the underskirt that quick.

Second: Don’t care what the ribbons look like. You don’t see it because it’s coverd by the top, let it be a short jacket or a manteau or whatever. I made the ribbons of brown cotton twill ribbon. The left photo shows the side slit, the right one shows the skirt back. By the way, pleats always show tho the side slit.

 

Erkenntis Nr. 3: Es sieht komisch aus, wenn der Rock vorne in der Mitte in Falten liegt. Bei meiner Francaise habe ich den Rock korrigiert, weil die Rüschendeko überhaupt nicht zur Geltung kam, wenn er in der Mitte in Falten liegt. Aber auch solche einfachen Röcke wie dieser fallen schöner, wenn sie vorne in der Mitte glatt sind. Hier also der Rock von vorne:

Third: It looks strange if there are pleats in the center front. I changed the skirt to  my green francaise, because all these ruffles didn’t came into their own if there are pleats in the middle. Just a common skirt like this one looks better if it is plain in the middle. This is the skirt front:

 

Erkenntnis Nr. 4: Habe ich eigentlich nicht durch Erfahrung erkannt, sondern irgendwo gelesen und für plausibel befunden. Da Stoff teuer war, war es von Vorteil wenn der Stoff eines Kleidungsstücks wiederverwendet werden konnte. Deshalb wurde von den Rechtecken nichts weg geschnitten und in der vorderen und hinteren Mitte, wo man eine kürzere Länge braucht, lediglich ein entsprechend langer Schlitz gemacht, über den man die zu kürzende Länge einschlagen kann. Hier sieht man den vorderen Rockteil von der linken Seite.

Fourth: I didn’t learn it by doing, but I read and found it plausible. Because fabric was expensive, it was an advantage if you could reuse it. Because of this, they did not cut away anything from the recatangular piece of fabric. They cut in center back and center front, where less lenght is needed, just a slit on which the fabric to be shorten was turned. Next photo shows skirt front at the wrong side.

 

Erkenntnis Nr. 5: Das Falten Legen geht an der Puppe am Besten. Finde ich jedenfalls. Hilfreich ist dabei, sich vorher die Stoffmitte zu markieren und an der Mitte der Puppe zu befestigen. Hört sich für Nähende logisch an, aber ich musste auch erst einmal drauf kommen, nachdem es einfach nicht gleichmäßig werden wollte.

Erkenntnis Nr. 6: Schuhschnallen lieben Säume und bleiben mit Vorliebe darin hängen. Deshalb ist es besser, wenn in Bodennähe keine Saumnähte mit Fäden verlaufen. Mittlerweile verstürze ich meine Röcke am Saum mit einem 20 – 25 cm breiten Baumwollstreifen, hier habe ich einen in schwarz verwendet. In sicherer Höhe, nämlich besagte 20 – 25 cm über dem Saum, nähe ich den Streifen dann am Obermaterial fest.  Hier sieht man auf der linken Stoffseite den schwarzen Baumwollstreifen und darüber die rechte Seite mit der Naht. Ich habe schon viele Originale gesehen, die in dieser Höhe ebenfalls eine Naht haben.

 

Fifth: In my favor, folding the pleats is most easy if I work at my dress form. It is helpful tp mark fabric’s center and to pin it to dress form’s center. Maybe this sounds logical for a seamstress, but I had to find out after I didn’t manage to pleat equally.

Sixth: Shoe buckles love to get cought in hems. Because of this there should bo no seams near bottom. I turn over my skirts with a cotton stripe about 20 – 25 cm wide, in this case I used a black one.  In secure height of these 20 – 25 cm I sew the cotton stripe to the fabric. Below You can see the at the lieft the wrong side of fabric with black cotton stripe. At the right you see the right side of fabric with its seam. I’ve seen many extants that have this seam, too.

Übung macht den Meister, und dieser Rock war denn auch ruckzuck fertig. Obwohl ich ihn im Gegensatz zu manch anderem Rock von Hand genäht habe.

Following all this, the skirt was quickly finished, although I made it by hand.

Kurzjacke und Schürze

Über dem Mieder trägt die Kellermarie eine Kurzjacke aus blauem Leinen, die in der Mitte mit Haken und Ösen geschlossen wird. Irgendwann werde ich wohl noch Manschetten an die Ärmel machen, irgendwie fehlt da noch etwas.

Zusammen mit der Schürze aus ungebleichtem grobem Leinen und den Holzpantinen ist die Ausstattung komplett:

Rock und Fichu

Marie trägt ein Blaudruck Fichu, das ich in Thüringen als Tischtuch gekauft habe. Wer hat dann nicht den Maschinengenähten Saum der Tischdecke weg geschnitten und von Hand einen Rollsaum daran gemacht? Genau.

Der Rock ist aus grobem Leinen. Am Bund ist er mit Cartridge Pleats (ich habe keinen deutschen Begriff dafür gefunden) befestigt, das war als Versuch gedacht. Typisch ist es nicht für die Epoche, da aber eine Kurzjacke darüber getragen wird und man es dann ohnehin nicht sieht, habe ich es erstmal so gelassen.

 

Ein Mieder für die körperlich arbeitende Frau

Die Kellermarie muss körperlich schwer arbeiten. Sehr eng einschnüren kann sie sich daher nicht. Ohne Mieder geht aber natürlich auch nicht!

Vorlage für Maries Mieder ist ein Original aus dem Nordiska Museet:

Quelle: http://www.digitaltmuseum.se/things/livstycke/S-NM/NM.0009162/gallery

Und hier ist Maries Mieder:

Das Mieder ist außen wie innen aus grobem Leinen und hat nur zwei Lagen. Verstärkt ist es lediglich in den Tunneln, die hell abgesteppt sind, und zwar mit Federstahl. Allzusehr einschnüren kann sich Marie nicht, deshalb kommt dieses Mieder auch ohne Zaddeln aus.

 

 

Einfache Chemise

Hier kommt das erste Kleidungsstück der einfachen Frau, nennen wir sie Marie Keller, oder, besser, Kellermarie. Die Kellermarie trägt eine Chemise aus ungebleichtem, grobem Leinen. Der Schnitt unterscheidet sich in keinster Weise von dem der feinen Chemise. Das Material war in seinem früheren Leben ein Mangeltuch, das an der einen oder anderem Stelle ein Flecklein abbekommen hat. Ich fand diese aber passend zur Kellermarie und hoffe, dass sie beim Waschen nicht rausgehen.